Parkgefühle – Körnerpark

Bezirzt

Körnerpark. Bild: Bezirzt

Ich bin ein Dorfkind. Das heißt, dass ein Tag nur dann gut ist, wenn ich Zeit außerhalb meiner vier Wände verbringe. Glücklicherweise gibt es in Berlin nicht nur den Großstadtdschungel, sondern auch etliche Parks und Grünflächen. Zugegeben, nicht jede Wiese lädt zum Verweilen ein, aber mit der Zeit findet man ganz sicher sein Plätzchen. Oder gleich einen ganzen Haufen davon.

Ein Neuköllner Kleinod möchte ich euch mit dem Körnerpark vorstellen. Neukölln?

– Hundekacke, Spielotheken, 1-Euro-Läden säumen Sonnenallee und Karl-Marx-Straße, Mädchen mit präzise gestylten Strubbeldutts und Maybachuferflaneure belagern die Cafés und Kneipen. Sicher. Mehr hat Neukölln aber nicht zu bieten? Pustekuchen!

Der Körnerpark ist weder Schmuddeleck noch Szenetreff. Hier gibt es weder urbane Grafittischmuckwände noch ein Elektro-Open-Air. Stattdessen herrschaftlicher Neobarock.
Arkadenwände, Brunnenkaskaden mit Fontänenbecken und monumentale Treppen – der Körnerpark ist ein Park, dem irgendwie das dazugehörige Schloss abhandengekommen zu sein scheint.

Der ca. 2,4 ha große Park wurde zwischen 1912 und 1916 auf einer ehemaligen Kiesgrube errichtet. Aus dieser Gegebenheit ist das Bodenniveau der Anlage rund fünf Meter tiefer als das der Straße und so führen Monumentaltreppen in das mit Arkadenwänden umrandete Gelände. Neben der Grünfläche und den zierenden Brunnen wurde auch eine Orangerie ins Ensemble integriert. Das opulente Bauvorhaben zeugt von einem wirtschaftlichen Aufschwung der Gegend und dem Vorhaben, das Stadtviertel als wohlhabende Wohngegend zu etablieren. Namensgeber war der damalige Besitzer Franz Körner, der das Gelände der Stadt Rixdorf übergab, das damals noch nicht eingemeindet war.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Park nur geringfügig geschädigt und danach wieder instandgesetzt. In den 60er-Jahren setzte jedoch eine zunehmende Verwahrlosung ein, sodass der Park erst mit einer umfassenden Sanierung zu alter Schönheit zurückfinden konnte.
In der Orangerie gibt es nicht nur ein Café, sondern auch die Galerie am Körnerpark. Also hingehen, Kunst gucken und Mauer besetzten.

Foto: Denis Apel

Foto: Denis Apel

 

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