Kirke in der Kunst

In meiner Magisterarbeit geht es speziell um die Darstellung der Kirke im Symbolismus. Aber auch davor wurde die Zauberin in Bildern thematisiert. Bevor wir in der kleinen Serie „Wer ist eigentlich Kirke?“ zur meiner Haupt- und Lieblingsfigur kommen, gilt es die Vorgängerinnen kennenzulernen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Kirke bis ins 19. Jahrhundert meist als Figur innerhalb eines Landschaftsbildes im Zusammenspiel mit dem Helden Odysseus in Erscheinung tritt. Eine autonome Darstellung der Kirke dagegen ist selten.

Im 17. Jahrhundert erfuhr das Kirkemotiv nach der Antike wieder große Beliebtheit, welche mit einer Art Ovidneuentdeckung zusammenhing. Künstler wie Carraci, Castiglione, Rubens, Jordaens, Byss oder Radierungen von Johann W. Baur beschäftigten sich mit der Gefährtin Odysseus‘.

Die Betonung der Barockmaler liegt auf dem packenden Moment, auf den Umschwung im Drama. Es wurden mit Vorliebe dramatische Szenen dargestellt, die Umbruchsituationen zeigen. Jacob Jordaens (1593–1678) zeigt eine Solche Szene in Odysseus und Circe um 1630–1635. Dargestellt ist der Moment, in dem Odysseus Kirke mit dem Schwert bedroht und diese ihm flehend und angsterfüllt zu Füßen fällt.

Jacob Jordaens: Odysseus und Circe, um 1630-35

Jacob Jordaens: Odysseus und Circe, um 1630-35

 

Ein Beispiel für ein eigenständiges Kirkeporträt ist das Bild des Künstler George Romney. Der Maler des englischen Sturm und Drang porträtierte die damals in England berüchtigte Lady Hamilton in mehreren Versionen als Kirke.

George Romney: Lady Hamilton als Circe, ca. 1782.

George Romney: Lady Hamilton als Circe, ca. 1782.

Auch Angelika Kaufmann beschäftigte sich mit Kirke und porträtierte sie ganz im Stil des Klassizismus. Archäologische Entdeckungen in Pompeji lösten ein Wiederaufleben des Historienbildes innerhalb des Klassizismus aus. In diesen Historienbildern sollte dem Prunk des Barock und dem heiteren Lebensstil des Rokoko eine formale Strenge und eine sittlich veredelte Thematik entgegengesetzt werden.

Angelika, Kauffmann: Odysseus und Circe, 1786

Angelika, Kauffmann: Odysseus und Circe, 1786

Angelika Kauffmann zeigt Odysseus und Kirke in dem Moment, als Kirke den Helden verführen will. Sie hält den Stab in ihrer Hand, auf dem Tisch steht der Zaubertrank. Mit ihrer rechten Hand berührt sie das nackte Knie des Mannes – eine Geste der Verführung. Odysseus verwehrt dies, was an der erhobenen Hand zu erkennen ist. Die Szene spielt sich in einem Innenraum ab. Durch den Stoff, der hinter dem Helden drapiert ist, wirkt der Raum wie eine bühnenartige Staffage.

Wir nähern uns dem Ende der Serie: Das nächste Mal geht es dann weiter mit den Präraffaeliten und den Symbolisten.


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Veröffentlicht in Kunst

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